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„Taufe ist eine Wegeröffnung“

 

Interview

 

Thomas Höhn, Referent für Gemeindekatechese im Erzbistum Bamberg, über die Bedeutung von Taufe, den richtigen Termin für die Erwachsenentaufe und das Erkennen ehrlicher Absichten.

 

Das diesjährige Jahresmotto unseres Erzbistums lautet „Getauft und gesendet“. Ist Eltern von Täuflingen klar, was Taufe bedeutet?

Ich denke, dass Eltern oder Familien, die ihren christlichen Glauben bewusst leben, auch bewusst ist, dass damit immer auch ein Auftrag – eine Sendung – für die Welt verbunden ist. Für alle andere gilt es, die Bedeutung ganz elementar zu erläutern. Als Getaufte oder Getaufter habe ich auch den Auftrag, meinen Glauben in die Welt hinein zu leben. Das kann dann heißen, ganz gezielt als Christin oder als Christ für jemanden oder etwas einzutreten, Stellung zu beziehen, damit das Leben gut wird, für Freiheit und Gerechtigkeit Sorge zu tragen. Und dabei zählen auch die ganz kleinen, alltäglichen Schritte und Gesten.

Wie sollte die Taufe unser alltägliches Leben beeinflussen?

Der Einfluss der Taufe auf unser Leben sollte ein zutiefst bestärkender sein. In der Taufliturgie erhalten wir Anteil am königlichen, priesterlichen und prophetischen Amt Jesu Christi. In der Taufe wird dem Menschen zugesprochen: Du bist wertvoll und voller königlicher Würde, du bist ein mitgestaltendes, mittragendes und aktiv handelndes Mitglied der Kirche, deine Stimme, deine Sicht der Dinge hat Gewicht in der Gemeinschaft der Gläubigen. Jede und jeder Getaufte, die oder der das ernst nimmt, wird merken, wie es das Leben beeinflusst.

Wie überzeugen Sie Eltern davon, ihr Kind taufen zu lassen?

Das Sakrament der (Kinder-)Taufe ist ein wertvolles „Geschenk“, das dem Kind ganz ohne Gegenleistung gegeben wird. Die Taufe ist wirksames Zeichen des Mitgehens Gottes auf dem Lebensweg und sie eröffnet den Weg in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen hinein. Zur Taufe gehört natürlich auch eine Patin oder ein Pate dazu, diese können im späteren Leben des Kindes wichtige und vertrauensvolle Begleiterinnen und Begleiter werden.

Wenn einem Erwachsenen klar wird, dass er in die Kirche eintreten möchte. Was empfehlen Sie ihm?

Sich Zeit zu nehmen. Gut hinzuschauen. Sich einen Kreis von Gleichgesinnten (Katechumenatskreis) zu suchen, in dem man sich über den Lebens- und Glaubensweg vertrauensvoll austauschen kann. (Anm.: Das Wort „Katechumenat“ bezeichnet die in den Glauben einführende Vorbereitungszeit Erwachsener auf dem Weg zur Taufe.) Sich dann einzulassen auf das Geheimnis des Glaubens. Und last but not least würde ich als Tauftermin die Osternacht mit ihrer ganz eindrücklichen Liturgie empfehlen. Sie war auch der Tauftermin der Urkirche.

Unter den Flüchtlingen, die in jüngerer Vergangenheit nach Deutschland gekommen sind, gibt es nicht wenige, die vom Islam konvertieren wollen. Wie prüft man, ob es jemand ernst meint mit der Taufe?

Wir haben einen Beauftragten im Erzbistum Bamberg, Pfarrer Andreas Müller, der freigestellt ist, um sich für diese Menschen Zeit zu nehmen. Er soll deren Lebens- und Glaubensweg und die aktuelle Situation wertschätzend betrachten. Das ist wegen der Sprachbarriere manchmal natürlich nicht ganz einfach. Dann gilt es auch klar zu machen, dass der Weg zur Taufe für einen Erwachsenen gut ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt. Wer sich darauf einlässt, meint es meist auch ernst mit dem Taufwunsch.

Haben Sie einen Lieblings-Taufspruch?

„Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20) – für mich ein Mut machender Zuspruch ohne Wenn und Aber.

Das Interview führte Hendrik Steffens.

von hst | 2018