Sie haben den Wunsch, getauft zu werden? Oder Sie überlegen vielleicht noch und haben dazu einige Fragen? Dann herzlich willkommen! Schön, dass Sie darüber nachdenken!
In der Taufe feiern wir Christ:innen die Zusage Gottes: Du bist mein geliebtes Kind. Ich bin für dich da. Die Taufe verbindet uns mit Jesus Christus. Wir werden aufgenommen in die weltweite Gemeinschaft der Christ:innen. Sich taufen zu lassen, ist eine wichtige Entscheidung. Um diese Entscheidung gut treffen zu können, geht der Taufe ein Weg der Vorbereitung voraus. In der Kirche spricht man vom Katechumenat.
Dieser Weg bietet Ihnen die Möglichkeit, den christlichen Glauben und die katholische Kirche kennen zu lernen und schrittweise in die Gemeinschaft der Kirche hineinzuwachsen. Dieser Weg dient auch dazu, Ihren Fragen nachzugehen und Spuren Gottes in Ihrem Leben zu entdecken. Diese Vorbereitungszeit dauert normalerweise bis zu einem Jahr, ist aber in der Regel auch an die persönliche Situation anpassbar.
Nehmen Sie Kontakt mit der Pfarrgemeinde auf, in der Sie wohnen. In einem ersten Gespräch mit einem:r Seelsorger:in klären Sie Ihre Fragen. Sie besprechen gemeinsam, wie der Weg zur Taufe vor Ort abläuft, gestaltet werden und wer Sie begleiten kann. Über den Bistumsatlas, das bundesweite Pfarreienverzeichnis oder den Pfarreienfinder können Sie herausfinden, welche Pfarrei zuständig ist.
Die Vorbereitung auf die Taufe ist ein Weg mit mehreren Stationen. Auf diesem Weg haben Sie Gelegenheit, den Glauben, die Bibel, den Kirchenraum, Gebete, Feste, Gebräuche, die Feier der Gottesdienste und auch die Gemeinde kennen zu lernen. Bestenfalls werden Sie auf diesem Weg begleitet. Begleiter:innen können Seelsorger:in, Freund:innen, der:die Lebenspartner:in, Familienangehörige oder Personen aus der Pfarrgemeinde sein. An einigen Orten werden auch Katechumenatsgruppen angeboten.
Auf dem Weg der Vorbereitung sollen Sie immer wieder spüren: Gott begleitet mich. Darum sind auf dem zur Taufe immer wieder gottesdienstliche Feiern vorgesehen. Deren Handhabung ist unterschiedlich.
Wenn Ihr Entschluss gereift ist, sich taufen zu lassen, werden Sie zusammen mit Ihrem:r Seelsorger:in den formalen Antrag zur Aufnahme in die Kirche stellen und bitten um die Zulassung zur Taufe.
Am 1. Fastensonntag findet in vielen (Erz-)Bistümern eine zentrale Feier der Zulassung zur Taufe mit dem Bischof statt.
Die Zeit bis Ostern soll noch einmal eine intensive Zeit der Vorbereitung sein, in der Sie in Ihrem Entschluss bestärken werden sollen.
Die Feier der Eingliederung in die katholische Kirche erfolgt durch die Feier der Sakramente der Taufe, Firmung und Eucharistie traditionell in der Osternacht. Die Osternacht ist der Höhepunkt des Kirchenjahres: Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi. Wir feiern, dass Gott Leben schenkt – durch Leid und Tod hindurch, dass er uns eine Zukunft schenkt. Die Taufe ist grundsätzlich aber auch zu anderen Zeiten möglich.
Mit der Taufe ist der Weg des Christ:in Werdens nicht zu Ende. Denn der Glaube bleibt ein lebenslanges Suchen, Fragen und Entdecken. Ihre Patin, Ihr Pate, die Pfarrgemeinde mit ihren Gruppen und Angeboten und/oder auch die Seelsorger:innen unterstützen und begleiten Sie dabei.
Je nachdem, zu welchem Bistum Sie gehören, kann der Vorbereitungsweg in Einzelheiten verschieden gestaltet werden. Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an den:die jeweilige:n Katechumenatsverantworliche:n.
Falls Sie weitere Informationen benötigen, werfen Sie gerne einen Blick auf die Liste der FAQs oder aber Sie rufen unser bundesweites Infotelefon (08 00 - 35 52 233) an.
Christ:in zu werden dauert seine Zeit! Sich taufen zu lassen, ist eine wichtige Entscheidung. Sie haben so die Möglichkeit, den Glauben wirklich kennenzulernen.
Wenn Sie einen Grund zur Eile haben, sprechen Sie am besten mit dem:r Seelsorger:in darüber, der:die Sie auf dem Weg zur Taufe begleiten wird.
Nein. Man kann auch ohne Pate/Patin getauft werden. Aber: um Christ:in zu werden, braucht es Menschen, die einen an die Hand nehmen und auf dem Glaubens- und Lebensweg begleiten.
Das Patenamt kann von katholischen Christ:innen übernommen werden, die das 16. Lebensjahr vollendet und das Sakrament der Firmung empfangen haben. Angehörige einer anderen christlichen Konfession können (zusätzlich zu einer katholischen Patin oder einem katholischen Paten) als Taufzeug:in zugelassen werden.
Nein, es gibt auch andere Möglichkeiten. Wichtig ist es, dass Sie einen Bezug zum Taufort haben. Das kann neben der Gemeinde am Wohnort auch eine andere Pfarrgemeinde oder z.B. eine City- oder Jugendkirche, eine Hochschulgemeinde oder ein Kloster sein.
Weder für die Taufe selbst noch für die Vorbereitung müssen Sie etwas bezahlen.
Nach der Taufe tragen Sie dann als Katholik:in ggf. durch Ihre Kirchensteuer zur Arbeit der Kirche bei.
Nein. In der Anfangszeit des Christentums war es sogar der Normalfall, dass vor allem Erwachsene getauft wurden. Erst als das Christentum sich ausgebreitet und Christ-Sein „normal“ wurde, taufte man Kinder. Da heute nicht mehr alle Kinder getauft werden, gibt es auch mehr ungetaufte Erwachsene. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass Erwachsene nach der Taufe fragen. Auch entscheiden sich Menschen mit Migrationshintergrund und anderer religiöser Zugehörigkeit, die das Christentum kennengelernt haben, für die Taufe.
Ja, das ist möglich. Nehmen Sie dazu Kontakt mit der Pfarrgemeinde auf, in der Sie wohnen. Normalerweise finden in jedem (Erz-)Bistum einmal oder zweimal im Jahr eine Erwachsenenfirmung statt. Die Anmeldung hierfür erfolgt über die Pfarrei. Es ist auch möglich, an der Firmung vor Ort teilzunehmen. Mit Ihrem:r Seelsorger:in werden Sie auch besprechen, wie die Vorbereitung auf die Firmung gestaltet werden kann. An manchen Orten gibt es auch zentrale Vorbereitungsangebote.
Die Taufe ist ein Sakrament. Sakramente sind spürbare Zeichen der Liebe Gottes. Wir feiern in ihnen die Liebe und Nähe Gottes zu uns Menschen. In der Taufe verknüpft der Mensch sein Leben mit Jesus Christus. Mit ihr beginnt das Leben als Christ:in. Durch die Taufe wird der Mensch Mitglied der katholischen Kirche und der konkreten Gemeinde. Die Taufe verbindet (fast) alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften.
Die Taufe ist keine reine Privatsache, sondern auch eine Feier der Gemeinde. Deshalb wird sie in einem öffentlichen Gottesdienst gefeiert. Erwachsene werden häufig in der Osternacht, einem der feierlichsten Gottesdienste des Jahres, getauft.
Vor der eigentlichen Taufe bekennt der:die Taufbewerber:in seinen:ihren Glauben. Dazu wird ihm:ihr das Glaubensbekenntnis in Frageform zugesprochen.
Das wesentliche und unverzichtbare Zeichen der Taufe ist das Wasser. In der Taufe wird der Kopf des:r Taufbewerbers:in dreimal mit Wasser übergossen. Der „alte“ Mensch „stirbt“ und der Mensch wird „neu geboren“. Mit der Taufe beginnt ein neues Leben mit Jesus Christus.
Dabei wird der:die Taufbewerber:in bei seinem:ihrem Vornamen angesprochen. Die Taufformel, die dabei gesprochen wird, lautet: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Ergänzende Symbolhandlungen bringen zum Ausdruck, was durch die Taufe geschehen ist:
Erwachsene, die getauft werden, empfangen – anders als Kinder – im gleichen Gottesdienst neben der Taufe auch das Sakrament der Firmung und der Eucharistie.
Valentino Hribernig-Körber
Was ist katholisch?
Alles Wissenswerte auf einen Blick
Kösel-Verlag, 2. Auflage, München 2010.
(Neuauflage 2020 erwartet.)
Bertram Stubenrauch
Warum Christsein klug ist.
Orientierung am Apostolischen Glaubensbekenntnis
Verlag Schnell &Steiner, Regensburg 2016.
Gerhard Lohfink
Der christliche Glaube erklärt in 50 Briefen
Herder-Verlag, Freiburg i.Br. 2018.
Katholisch und trotzdem okay.
Benno-Verlag Leipzig 2000
Flott im Wechsel von Comic- und Themenseiten geschrieben gibt das Buch Antwort auf die Fragen nach Leben und Glauben der Katholiken.
Hier kommen Sie direkt zum Formular Erwachsenentaufe.